Was tun gegen „weiße Fliegen“?

Die „weißen Fliegen“ haben dieses Jahr unbarmherzig meinen Kohl heimgesucht. Egal ob Brokkoli, Butterkohl oder – am schlimmsten – der Rosenkohl. Jedesmal wenn man an den Planzen ankommt, sieht man in Scharen davonfliegende winzige, weiße Fliegen.

Dabei sind es eigentlich gar keine Fliegen. Sie gehören zu der Familie der Pflanzenläuse (oder Blattläuse) und werden korrekt als Kohlmottenschildläuse bezeichnet. Dieser Schädling ist eine eingeschleppte, nicht heimische Plage – vor allem in Kleingärten.

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Den Hauptschaden richten sowohl die Erwachsenen durch ihre Saugtätigkeit, als auch die Larven auf der Blattunterseite an. Ein weiterer „Nebeneffekt“ des Befalls, sind die starken Honigtau-Aussscheidungen auf denen Schwärzepilze sich gerne angesiedeln.

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Bei warmen und trockenem Spätsommer schwärmen sie vor allem in den Abendstunden aus auf der Suche nach neuen Wirtspflanzen.

Bisher hatte man angenommen, dass diese Insekten härtete Winter nicht überleben, was leider nicht stimmt. Die Überwinterung kann u.a. auch auf Endivien, Erdbeeren und kreuzblütigen Unkräutern stattfinden.

Was für Bekämpfungsmöglichkeiten hat man nun also als Biogärtner?

Biologische Bekämpfung der Kohlmottenschildlaus

Vor allem sollte man nicht in Panik geraten. In einem gesunden Umfeld verursachen sie i.d.R. wenig Schäden. Bei einem Massenbefall mit Mottenschildläusen sollte man sich jedoch Gedanken machen, wie man durch die richtige Bodenaufbereitung, Fruchtfolge und Mischkultur dieses gesunde Umfeld wieder herstellen könnte.

  • Bei Massenbefall kann man nicotinhaltige Spritzmittel aus Tabakblättern, Seifenlauge und Spiritus (3%) herstellen und mehrmals – auch auf den Blattunterseiten – auftragen, bei weniger starkem Befall helfen Spritzungen mit Rainfarn-Tee oder Tabaksud.
  • Weiters hilft eine kräftige Kali- und Kalkdüngung (Holzasche + Mulchen) des Bodens den Planzen natürliche Abwehrstoffe gegen saugende Insekten zu bilden.
  • Wer auf intensive Spritzungen verzichten möchte, kann sich auch auf die Aussaat im August und Ernte im Frühjahr konzentrieren, da die Läuse erst gegen Ende Mai auftreten.
  • Generell sollte man den Fruchtfolgewechsel beachten und den Boden durch Gießen und Mulchen feucht halten, denn das mögen die Mottenschildläuse nicht.
  • Wenn es einen im Gewächshaus erwischt, dann kann man auch Gelbtafeln oder Schlupfwespe einsetzten. Im Freiland sollte man jedoch auf Gelbtafeln verzichten, da zu viele Nützlinge dabei getötet werden.

Ich persönlich verzichte auf nicotinhaltige Spritzungen in meinem Gemüsegarten und habe stattdessen den Boden mit Holzasche und Mulchen kräftig aufbereitet.

Meinen Butterkohl hat es zum Glück nicht so stark befallen und beim Rosenkohl sitzen die Fliegen auch nicht auf den Kohlsprossen. Es wäre jetzt auch wenig sinnvoll den winterharten Rosenkohl zu entfernen, da sich die Fliegen sofort neue Wirtspflanzen zum Überwintern suchen würden.

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Ich denke jedes Jahr hat so seinen „Schädlings-Schwerpunkt“. So waren es letztes Jahr die Schnecken und dieses Jahr vermehrt die Kohlmottenschildläuse. So ist die Natur und bei einem gesunden Biogarten spielt sich auch hier – ohne den Griff zur Chemie – ein gesundes Gleichgewicht wieder ein.

Verlinkt bei Samstagsplausch und Sonntagsfreuden.

6 thoughts on “Was tun gegen „weiße Fliegen“?”

  1. Was es doch alles gibt. Ist für Dich und Deinem Garten ja garnicht schön.
    Vielen Dank für die umfangreiche Information.
    Dir ein schönes Wochenende.
    Herzlichen Gruß Sylvia

    1. Hallo Sylvia! Es freut mich, dass dir der Post gefallen hat. Zum Glück leben wir in einer Zeit, in welcher wir auf die eigene Ernte nicht angewiesen sind, das wäre dann ein schwerer Schlag. So kann ich es recht locker nehmen und hoffen, dass es im nächsten Jahr nicht so überhand nimmt. Glg, Birgit

  2. Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich etwas neues lernen zu können für ein aktuelles Problem im Garten. Auch wenn es nicht angenehm tönt aber ich streife das Ungetier mir den Fingern mit leichtem Druck ab. Weil ich habe schon so viel ausprobiert und die Blattläuse haben mich wahrscheinlich nur ausgelacht.
    Dein Header gefällt mir sehr gut, sieht so „anmächelig“ aus.
    L G Pia

    1. Liebe Pia! Es tut mir leid, dich da enttäuscht zu haben. Stimmt, eigentlich kann man ja nicht sooo viel tun, außer man möchte zu den Spritzmitteln aus dem Gartencenter greifen. Ja, abwischen ist auf jeden Fall gut und auch bestäuben mit Gesteinsmehl ist bei Schildläusen nicht verkehrt. Hast du es schon mal mit Netzen versucht? Wenn die nicht so unhandlich wären, würde ich das auch gerne mal versuchen. Glg, Birgit

  3. Nächstes Jahr ist wieder ein anderes Getier, was dem Gärtner das gärtnern verleidet. In meinen Fenstern sammeln sich schon die Marienkäfer, so viele, wie nie. Und es sind nicht die Einheimischen. Auch eingeschleppt um Miesmacher auszurotten. Hmm. Ich zerdrücke ,wie Pia, die Gemeinen. Allerdings muss ich auch nur meine Kästen versorgen. Denn noch lässt der Vater den Garten nicht in meine Hand.
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea, so sehe ich das auch. Ich versuch mich nicht allzuviel in die Natur einzumischen, außer den Boden gesund zu halten. Schade dass dich dein Vater nicht mitmachen lässt, ich würde mich so manches mal über Gesellschaft und Hilfe im Garten freuen. Glg, Birgit

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