Über Schnecken, Indische Laufenten & Zäune!

Grundsätzlich hab ich nichts gegen Schnecken. Ein Gartenjahr mit morgendlichem und abendlichem Absammeln hat mir aber echt gereicht. Es war zum Verzweifeln. Denn auch trotz des Absammelns war kein Schneckenende in Sicht. Dazu kommt, dass mein Gemüsegarten von Wiesen und Feldern umgeben ist und daher die kleinen, gefrässigen Weichtiere in Scharen anzog. Im Rindenmulch der Hecke links im Bild, fühlten sie sich offensichlich besonders wohl…

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Natürlich habe ich es nicht übers Herz gebracht, sie zu vergiften oder zu zerschneiden, sondern hab sie brav abgesammelt und weggetragen. Bis ich irgendwo mal gelesen habe, dass Schnecken in einer Nacht bis zu 25 m zurücklegen können. Ab dem Zeitpunkt konnte man mich mit meinem Eimerchen auf dem Fahrrad durch die Gegend fahren sehen.

Aber der absolute Gutmensch bin ich natürlich auch nicht. Denn nachdem in diesem hoffnungslosen Schneckenjahr diese so zahlreich waren, dass sie uns in Scharen die Hauswände hochkrochen, wurde die Idee geboren Indische Laufenten in den Garten zu holen. Tolle Tiere, die vor allem für ihr Leben gerne Nacktschnecken und deren Eier fressen, aber nur leider wahnsinnig scheu sind. So schafften wir es leider nicht, das Pärchen Sissi & Franz so an uns zu gewöhnen, dass sie sich ohne absolute Panikattaken nacktschnecken-fressend durch den Garten bewegt hätten. Stattdessen liefen sie hektisch dem Zaun entlang, ohne auch nur ansatzweise an ihre eigentliche Aufgabe zu denken.

So sammelte ich weiter ab – und fütterte die Enten damit, die sich in ihrem eingezäunten Gehege zurückzogen. Na gut. Man muss zugeben, dass unsere beiden Riesenschnauzer – eine davon zu dem Zeitpunkt grad mal 6 Monate alt – es ihnen nicht leicht gemacht haben. Natürlich hatten wir ein „Time-sharing“ der unterschiedlichen Tierrassen für den Garten angedacht. Aber nachdem die Laufenten darauf verzichteten, endete es damit, dass der junge Riesenschnauzer häufig gebannt vor dem Entengehege saß und seine „Beute“ nicht aus den Augen ließ. An ein „Aneinander-gewöhnen“ konnte man ja nicht mal denken!

Alles kein Problem, dachten wir – der Zaun ist ja dazwischen. Bis der etwas mutigere Erpel einen schmalen Spalt im Zaun entdeckte und auf eine verhängnisvolle Entdeckungsreise ging, die leider traurig für ihn endete. Da half auch die Fahrt zum Tierarzt mit Röntgen und Operation nichts mehr. So saßen wir, zwischen Hund und Katz, mit schlafender Laufente auf dem Schoß und überlegten, wie wir dem scheun Tier in den nächsten Tagen die Medizin verabreichen würden. Doch Franz wachte aus der Narkose nicht mehr auf. Und da man Laufenten nie alleine halten sollte, kam Sissi wieder zur Landwirtin und den anderen Laufenten zurück und ich machte mich wieder ans Schnecken-Einsammeln und Wegradeln.

So konnte es nicht weitergehen! Nachdem das Thema Laufenten leider buchstäblich für uns gestorben war, musste ein Plan B her. Ein Schneckenzaun! Unkompliziert, praktisch und effektiv! Nur nicht gerade billig… Zum Glück findet man einfache Herstellungsanleitungen im Internet und liebe Freunde im Ort, von denen einer passenderweise Spengler ist. Dieser konnte mir aus 6 m langen Metallleisten das Profil so biegen, dass es für die Schnecken unüberwindbar wurde. Und so ist mein Gemüsegarten seit Oktober 2015 doppelt eingezäunt – einmal gegen Spaziergänger, Hunde, Rehe, Füchse und einmal gegen Schnecken.

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Man glaubt es kaum, im kompletten Gartenjahr 2016 musste ich gerade mal eine handvoll Schnecken über den Zaun werfen. Innen können die leckeren Erdbeeren wachsen, ohne dass ich diese mit den Schnecken teilen muss.

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Eine ganz gute Unkrautsperre gegen Bodendecker ist dieser Zaun überdies auch, man muss ihn jedoch von „grünen Brücken“ freihalten, denn ansonsten nützt auch der beste Schneckenzaun nichts :-).

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Aber das liebe Leid mit dem Jäten würde ich mal sagen ist eine andere Geschichte… :-)

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende!

Liebe Grüße,
Birgit

Verlinkt bei Samstagsplausch, Sonntagsfreuden und Sonntagsglück.

 

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15 thoughts on “Über Schnecken, Indische Laufenten & Zäune!”

  1. Hallo Birgit

    weisst du, wie gross die Windturbinen im Hintergrund des ersten Bildes sind? Bei uns auf den Hügeln ist eine solche Anlage geplant ( 8 x 200 m hohe Dinger). Ob das so etwa wie bei euch ausschauen wird? Wenn ich wieder meinen Gemüsegarten unterhalte, muss ein Schneckenzaun her. Ganz klar! Liebe Grüsse von mir

    1. Hallo liebe Regula, mein Mann meinte, die wären etwa 130 m hoch. Mich stören sie zum Glück nicht und man hört sie auch nur leicht, wenn der Wind zu uns dreht. Glg, Birgit

  2. Das war ein sehr toller und Humorvoller Post, obwohl mir klar ist, das Du am verzweifeln mit den Schnecken warst. Du hast es gut erzählt.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und herzlichen Gruß Sylvia

    1. War auch kein so schönes Erlebnis, aber auch daraus haben wir gelernt. Bei den schönen ersten warmen Tagen freue ich mich nun auch schon sehr auf das Gartenjahr! Glg, Birgit

  3. Hallo! Wie schön, einen Erfahrungsbericht über einen Schneckenzaun zu lesen. Der Mann hat mir in diesem Jahr testweise einen Schneckenzaun um eines der Hochbeete gemacht und ich hoffe, dass ich damit auch so erfolgreich sein werde wie Du!
    Liebe Grüße,
    Gesa

    1. Hallo Gesa, ja auch um Hochbeete sollen die super funktionieren, dann da kommen die Schnecken ja auch problemlos ansonsten rein. LG, Birgit

  4. Hi Birgit. Was für ein toller Beitrag. Die traurige Wendung hat mich etwas unverhofft getroffen. Schade um die Entchen. Ich will dieses Jahr die Kupferleiste ausprobieren sollen Schecken wohl nicht mögen.
    Ich musste gerade nochmal über dich, Eimer und Fahrrad schmunzeln… Eine Freundin meinte auch mal ich soll die Viehcher an der nächsten Bushaltestelle abstellen. Naja bin gespannt auf das Gartenjahr. Viele Grüße Elisa

    1. Hallo Elisa, ja das war schon echt schade mit den Enten. Aber den Zaun möchte ich echt nicht mehr missen! Glg, Birgit

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