Über Erdbeeren, Gewächshäuser & Puffbohnen!

Ich liebe meinen Gemüsegarten. Aber wie kann ich dieser Leidenschaft im Blog gerecht werden, ohne Tag für Tag mit Pflanzenbildern zu langweilen?  Beim Joggen ist mir daher die Idee eines wöchentlichen Garten-Posts gekommen:

Am Wochenende stelle ich einen (etwas umfangreicheren) Post mit den gesammelten Garten-Highlights der vergangenen Woche zusammen. Gut zum Mitmachen für andere Garten-Junkies und super zum Nachschlagen für nächstes Jahr. Was war also bei mir vom 4.-9. April 2016 im Garten los?!

Montag: Die Kalenderwoche 14 hat mit Blütentagen begonnen. Ich säe so gut es geht nach dem Mondkalender und nehme dazu das Gartenjahrbuch von Wolfram Franke zur Hilfe. Da ich meinen Brokkoli – der nach Maria Thun zu den Blütenpflanzen zählt – bereits Anfang März gesät hatte, war es nun eine gute Zeit diesen zu pikieren. Gemeinsam mit dem Blumekohl, dem Kohlrabi und Kopfsalat landete dieser in einer Quickpot-Platte im Frühbeet zum Abhärten.

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Diese Quickpot Platten sind übrigens ideal für das Heranwachsen pikierter Jungpflänzchen, da sie dann mit einem kompakten Wurzelballen in das Beet gesetzt werden können. Im Mistbeet nebendran hat der eingepflanzte Kopfsalatbereits einen richtigen Schub gemacht!

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Dienstag: Der Nachmittag begrüßte mich mit herrlichem Sonnenschein. Bewaffnet mit Handschuhen und Unkrautstecher ging es somit ans Jäten des Erdbeerbeetes. In drei Stunden schaffte ich zumindest die Hälfte der 40 Erbeerpflänzchen von alten Blättern und Wildwuchs zu befreien ;-).

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Bei den Monatserdbeeren (letztes Jahr selbst ausgesät) habe ich doch tatsächlich Blüten entdeckt!

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Am Abend – mit Beginn der Blatttage – habe ich in der freigewordenen Aussaatschale noch Stangensellerie, 2 Sorten Porree und Butterkohl gesät.

Mittwoch: Endlich war der große Tag gekommen! Eigentlich hatte ich die Hoffnung ja schon aufgegeben. Fast. Auch wenn ich ein „Ich-schaff-alles-Typ“ bin, musste ich mir einfach eingestehen, dass ich es nicht schaffen würde, per Hand ein Fundament für ein Gewächshausfundament zu buddeln. Zum Glück habe ich einen Freund mit Bagger und einem guten Herz. Dieser gab sich einen Ruck und übernahm die „Bauleitung“ und Durchführung meines Gewächshausprojektes 2016 – wie hab ich mich gefreut!

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Am Donnerstag war der Graben bereits fertig ausgebaggert. Mit 80 cm Frosttiefe und 40 cm Breite um die Schalung für das 15 cm breite Streifenfundament anzubringen. Praktischerweise läuft bei mir sogar Wasser und Strom unter dem Fundament durch. D.h. ich kann eine Wassersteckdose (von Gardena) im Haus platzieren und hab Strom für eine mögliche Beleuchtung oder sogar Heizung.

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Wow, jetzt bin ich tatsächlich stolze Besitzerin dieses großen, tiefen Grabens in meinem Garten (plus eines ganz schön gemarterten Rasens…). Nächste Woche geht´s los mit der Schalung!

Freitag: endlich konnte ich die Erdbeeren fertig jäten. War garnicht so einfach, da alles schon sehr zugewuchert war und ich um die zarten Feldsalatpflänzchen herum arbeitete. Und die sollen noch schön blühen und sich fürs nächste Jahr selbst aussäen ;-).

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Samstag: Heute ist Fruchttag und die Aussaat von Hülsenfrüchten stand auf dem Tagesprogramm. Ich hatte bereits im Januar – ungeduldig wie ich bin – Bohnen und Erbsen in den Quickpots ausgesät. Die wussten aber natürlich, dass es noch viel zu früh war und zeigten sich erst im März :-D.

Heute kamen alle vorgezogenen Erbsensorten in ein eingerahmtes Beet, welches man nachts gut mit Vlies abdecken kann. Und der Zaun wird in den nächsten Wochen u.a. als Rankhilfe herhalten müssen. Dieses Jahr habe ich mich für Zucker-, Schal- und Markerbsen entschieden.

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Auch ein Gartenneuling kam heute in den Boden: die Puffbohne. Um mich mit dieser bekannt zu machen, hab ich mich erst mal ein bisschen eingelesen. Die Puffbohne – auch bekannt unter den Namen Dicke Bohne, Pferdebohne, Ackerbohne und Saubohne – wird bereits seit ca. 2000 v Chr. in Deutschland angebaut und gehört damit zu unseren Pionier-Nahrungspflanzen.

Mit ein Grund sie in meinem Garten auszuprobieren, ist ihr hoher Eiweißgehalt, was für mich als Vegetarierin interessant ist. Ob sie jedoch auch gut schmeckt, werd ich erst frühestens im Mai wissen. Stütze brauchen sie praktischerweise keine. Und da sie sich zudem auch noch mit Kartoffeln, Pflücksalat und Kohlrabi gut versteht, weiß ich schon was ich zwischenrein pflanze. Den Graben für die Frühkartoffeln habe ich auf jeden Fall schon gezogen.

Tipp: Da Puffbohnen anfällig sind für schwarze Läuse, besser für einen luftigen Reihenabstand von ca. 50 cm sorgen. Falls doch Läuse auftreten, dann die verlausten Spitzen frühzeitig auskneifen.

Apropos Frühkartoffeln – die keimen auch schon langsam in ihren Eierkartons. Es gibt ja diesen schönen Spruch bei Kartoffeln: Leg mi im April, kumm i wann i will – leg mi im Mai, kumm i glei! Mal schaun wie das Wetter sich entwickelt, aber bis Ende April, werde ich wohl noch warten mit dem Kartoffellegen.

Und da am Samstag bis Abends im Mondkalender Fruchttage waren, habe ich noch Zucchini, zwei Sorten Salatgurken (eine fürs Gewächshaus und eine fürs Freiland), Wassermelone und Butternut Kürbis in den Quickpots gesät.

Und da mein Zuckermais das erste Mal nichts geworden ist (wohl zu viel gegossen), habe ich den auch noch zusammen mit ein paar Sonnenblumen und Monatserdbeeren in den Quickpots nachgesät… war grad so motiviert beim Aussäen und immer hab ich nicht die Geduld auf den richtigen Mondtag zu warten ;-).

Sonntag: Das perfekte Wetter zum Rasenmähen. Zum Glück haben wir keine Nachbarn! Den Rasenschnitt haben mir meine Mädchen schön ausgebreitet und wenn ich auch morgen Glück mit dem Wetter habe – und das Gras antrocknen kann – dann kann ich damit schon die ersten Beete mulchen. Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan vom Mulchen (den Boden um die Pflanzen mit Grünschnitt bedecken und die Erde feucht und unkrautfrei zu halten) und hatte das auch schon letztes Jahr gemacht. Bis wenig später die Schneckeninvasion kam und ich alles mühsam – samt den Schnecken – wieder von den Beeten kratzen musste!

Im Oktober habe ich deshalb um die Beete einen Schneckenzaun gezogen. Bringt ja nix auf Bio zu machen und dann entweder nichts von den Schnecken übrig gelassen zu bekommen oder schlussendlich doch Schneckenkorn zu streuen. Da aber sicherlich noch Schneckeneier in der Fläche vergraben sind – oder sich Schnecken darunter durchgraben – bin ich nun erst mal vorsichtig mit dem Mulchen.

Am Sonntag hatten wir auch Wurzeltage und ich habe die ersten Frühkarotten gesät. Dabei habe ich auch ein paar Radischensamen mit untergemischt, da diese schnell keimen und dann die Karottenreihe schön markieren. Die Karotten brauchen sehr lange bis sie sich zeigen und mit dem Radischen kann man die Saatreihe trotzdem gut erkennen. Dazu habe ich die Karottensaat vom Herbst etwas ausgelichtet und mir die butterzarten ersten eigenen Karöttchen des Jahres auf der Zunge zergehen lassen :-).

Nebendran kamen dann die ersten Steckzwiebeln in den Garten. Diese habe ich mit ca. 7 cm Abstand gesteckt und mit so viel Erde bedeckt, dass die Spitzen gerade unter der Oberfläche liegen. (Letztes jahr musste ich sie nochmals ausgraben, weil ich sie viel zu tief in die Erde „versenkt“ hatte…)
So, damit ist die erste richtig ereignisreiche Gartenwoche des Jahres zu Ende gegangen. Da im Moment die Natur jedoch nur so explodiert, weiss man garnicht was man zuerst bewundern soll. Die Kirschblüten, das Osterglockenmeer, die erste Magnolienknospe, die Wiedergeburt des (totgeglaubten) Rhabarbers, uvm.

Noch ein kurzer Ausblick auf die nächste Woche:
Montag sind noch Wurzeltage – vielleicht schaffe ich es noch mehr Zwiebeln zu stecken und Karotten und Rote Beete zu säen.  Dienstag soll das Fundament geschalt werden juhuu! Donnerstag sind wieder Blatttage – ich brauch eh noch mehr Kohlrabi :-) und natürlich müssen die restlichen Beete weiter gejätet und gelockert werden. Ich freu mich auf jeden Fall drauf und werde nächsten Sonntag wieder berichten!

Was läuft denn bei euch so momentan im Garten? Würde mich über eure Berichte – und auch Links zu euren Gartenblogs – sehr freuen!

Verlinkt bei Sonntagsfreuden und Montagsfreuden

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2 thoughts on “Über Erdbeeren, Gewächshäuser & Puffbohnen!”

  1. Hallo Lisa!

    Ich habe mich total über dein Kommentar gefreut. Es macht auch so viel Spaß zu schreiben, was so alles bei meinen Gartenprojekten passiert und damit schaffe ich es auch besser den Überblick zu behalten. Denn gerade im Moment rasen die Tage wieder nur so dahin ;-)

    LG
    birgit

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