Kartoffelkäfer!

Vor kurzem hat die Kartoffelblüte begonnen. Jedes Jahr aufs neue ein Highlight für mich, da ich die Blüten wunderschön finde und mich schon langsam auf die Ernte der ersten Frühkartoffeln freuen kann.

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Aber natürlich musste ich auch einen genaueren kritischen Blick auf die Pflanzen werfen und fand dieses hübsche Pärchen „in flagranti“.

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Die Entdeckung war auch leider keine Überraschung, da ich bereits letztes Jahr einige Kartoffelkäfer auf meinem kleinen Kartoffelacker hatte. Da hat auch die Winteraussaat von Bienenweide (Phacelia) – was die Käfer wohl nicht mögen – nichts genutzt. Und so müssen die armen Pflanzen diese Saison nicht nur den Massen an Schnecken, sondern auch noch den gefräßigen Kartoffelkäfern standhalten.

Die gefährlichsten Schädlinge der Kartoffelpflanze

Anfangs verursachen die Larven und Käfer Rand und Lochfraß und in trockenwarmen Jahren kann es schnell zum Skelletierfraß und Kahlfraß der Kartoffelpflanzen kommen. Die 10-12 mm langen Käfer besitzen auf der Oberseite charakteristische schwarze Längsstreifen und eine rötliche Unterseite. Sobald sie starke Bewegungen an der Pflanze wahrnehmen – wie z.B. durch das Absammeln, lassen sie sich fallen und sind dann am Boden perfekt getarnt.

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Natürliche Feinde des Kartoffelkäfers sind Laufkäfer. Durch rechtzeitiges Abdecken der Beete mit Netzen (ab Ende April) kann man die Einwanderung der Käfer von außen vorbeugen. Das A und O sind jedoch auch bei diesem Schädlingsbefall vorbeugende Bodenpflege und Maßnamen zur Pflanzenstärkung. Dazu gehören Humuspflege, Düngung mit Brennesseljauche und das Überstäuben der Blätter mit Algenkalk oder Gesteinsmehl.

Alkenkalk habe ich keines, aber dafür Urgesteinsmehl, welches ich mit einer Gesteinsmehlpumpe morgens auf den taufrischen Blättern verteile. Ob ich den ganzen Acker mit Brennesseljauche per Hand dünge weiss ich noch nicht, gut tun würde es ihm allemal. Vor allem ist jedoch systematisches Absammeln – bis zur Ernte – angesagt!

Doch was mache ich mit den hübschen Käfern – nach dem Fotografieren und Absammeln? Die Schnecken kann ich gut wegtragen, aber die Käfer sind wahrscheinlich schneller wieder zum Acker zurückgeflogen als ich es zu Fuß schaffe. Also versorge ich die Hühner der Nachbarin mit gesundem Käfer-Protein. Man kann sich nun streiten, was der bessere Tod ist, aber hier sehe ich zumindest mehr Nutzen, als die Käfer einfach nur zu ertränken oder zu zerdrücken.

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Und somit ist das „Um-die-Wette-essen“ mit der Kartoffelkonkurrenz eröffnet. Ich hoffe es wird ein faires Teilen, da ich doch insgesamt ein bisschen mehr Arbeit hatte, als die kleinen Nutznießer.

Liebe Gartengrüße,
Birgit

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9 thoughts on “Kartoffelkäfer!”

  1. Die sind ja wunderschön. ;-) Fressen die nur Kartoffelgrün? Auf kleinen Flächen sind Hühner oder Enten eine perfekte Prävention gegen eine Ausbreitung des Kartoffelkäfers. Du könntest also im nächsten Frühling vor der Saat das Federvieh deiner Nachbarin bei dir im Pflanzblätz weiden lassen. Viel Erfolg mit deiner mechanischen Methode.

  2. Auch wenn ich lieber keine bei uns im Kartoffelbeet haben möchte finde ich die Käfer wunderschön.
    Schön, dass du sie für uns fotografiert hast.
    L G Pia

  3. Ja, als Kinder sind wir aufs Feld mit einem Schuhkarton geschickt worden. In den Karton wurden mit einer Stricknadel Löcher gestochen, dass die Käfer Luft bekamen. Dasselbe wurde im Mai mit den Maikäfern gemacht (die haben wir im Wald gesammelt) Wir mussten die Käfer ablesen, in die Kiste stecken und zu Hause den Hühnern verfüttern. Es wurde damals nichts gegen Schädlinge gespritzt. Unsere Kartoffeln waren also wirklich bio.
    Nein, eine schöne „Arbeit“ ist das nicht gewesen doch die Hühner haben sich über die Käfer gestürzt. Als Belohnung durften wir dann Limo trinken – kein Wasser!
    – das war vor ca. 60 Jahren –
    Es kommt alles wieder!

  4. Hallo!

    Wirklich tolle Bilder sind das geworden. Obwohl das eine Bild mit den abgefressenen Blättern, da heult man wohl eher hin, wenn das passiert.

    Einen super informativen Beitrag hast Du gestaltet, danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

  5. Liebe Birgit,

    den Kartoffelkäfer hatte ich leider auch schon. Und nachdem der Drahtwurm letztes Jahr trotz Tagetes und Ringelblumen eingezogen ist, habe ich dieses Jahr mal auf Kartoffeln verzichtet.
    Gute Idee, die Hühner mit dem Käfer zu füttern!

    LG Birgit

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