Hübsch und gefräßig!

Diese Woche hat die Kartoffelblüte bei mir begonnen. Ein Highlight für mich, da ich die Blüten wunderschön finde und ich weiss, dass die Kartoffeln gut wachsen. So bin ich Anfang der Woche an meinem Kartoffelacker entlang gelaufen und gerade als ich dieses Foto gemacht habe…

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… kamen mir diese kleinen Kerle vor die Linse: Kartoffelkäfer! Na, hauptsache, die haben Spaß ;-)

Letztes Jahr hatte ich gar keine auf den Kartoffeln innerhalb des Gemüsegartens, aber nach einem genaueren Blick auf den Kartoffelacker, konnte ich schon sehen, dass es dieses Jahr anders ist. Naja, bin ich dieses Jahr dank Schneckenzaun nicht mit den Schnecken beschäftigt, so muss ich wohl stattdessen Kartoffelkäfer absammeln. Aber die hübschen Käfer interessierten auch gleich mein Biologenherz. Ich musste unbedingt mehr über sie herausfinden.

Die gefährlichsten Schädlinge der Kartoffelpflanze

Anfangs verursachen die Larven und Käfer Rand und Lochfraß und in trockenwarmen Jahren kann es schnell zum Skelletierfraß und Kahlfraß der Kartoffelpflanzen kommen. Die 10-12 mm langen Käfer besitzen auf der Oberseite charakteristische schwarze Längsstreifen und eine rötliche Unterseite. Sobald sie starke Bewegungen an der Pflanze wahrnehmen – wie z.B. durch das Absammeln, lassen sie sich fallen und sind dann am Boden perfekt getarnt.

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Natürliche Feinde des Kartoffelkäfers sind Laufkäfer. Durch rechtzeitiges Abdecken der Beete mit Netzen (ab Ende April) kann man die Einwanderung der Käfer von außen vorbeugen. Das A und O sind jedoch auch bei diesem Schädlingsbefall vorbeugende Bodenpflege und Maßnamen zur Pflanzenstärkung. Dazu gehören Humuspflege, Düngung mit Brennesseljauche und das Überstäuben der Blätter mit Algenkalk oder Gesteinsmehl.

Alkenkalk habe ich keines, aber dafür Urgesteinsmehl, welches ich mit einer Gesteinsmehlpumpe morgens auf den taufrischen Blättern verteilt habe. Aber ob ich den ganzen Acker mit Brennesseljauche per Hand dünge weiss ich noch nicht. Dafür ist mir die Fläche dann doch etwas zu groß. Daher bleiben mir als biologische Maßnahmen nur begrenzte Möglichkeiten. Bestäuben und systematisches Absammeln – bis zur Ernte – ist also angesagt! Zum Glück habe ich bei meiner Jüngsten die Freude am Käfersammeln weitervererbt und damit tatkräftige Unterstützung :-).

Doch was mache ich mit den hübschen Käfern? Die Schnecken konnte ich letztes Jahr gut wegtragen, aber die Käfer sind wahrscheinlich schneller wieder zum Acker zurückgeflogen als ich es zu Fuß schaffe :-). Und mit dem Auto zu irgendeinem Waldrand zu fahren um sie dort verhungern zu lassen…  ich weiss nicht. Also hab ich auch hierzu ein bisschen recherchiert und gelesen, dass die Käfer gute Proteinquellen für Hühner sind und sie zur Landwirtin um die Ecke gebracht. Man kann sich nun streiten, was der bessere Tod ist, aber hier sehe ich zumindest mehr Nutzen, als die Käfer einfach nur zu ertränken oder zu zerdrücken. Habt ihr dazu vielleicht noch bessere Ideen?

Zum Glück sehe ich das Thema Kartoffelkäfer trotz Schäden und Mehrarbeit noch entspannt. Zum einen macht mir das Sammeln nichts aus und zum anderen hoffe ich trotzdem auf eine gute Kartoffelernte. Ich hatte ja hauptsächlich Frühkartoffeln gesetzt, d.h. die werden schon bald Stück für Stück geerntet und verspeist. Außerdem bin ich auch ein bisschen selbst Schuld. Ich habe einfach zu viele Saatkartoffeln gekauft und diese viel zu dicht gesteckt…

Genug von den Kartoffelkäfern. Was waren sonst noch die Highlights meiner Gartenwoche?

Im Gewächshaus freue ich mich wie ein kleines Kind über die ersten Mini-Gürkchen. Da ich letztes Jahr Mehltau auf den Gurken hatte und der Pilz sich im Gewächshaus bestimmt auch wohlfühlen würde, bin ich auch hier kräftig am Vorbeugen.

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Einmal pro Woche bekommen die Pflanzen im Gewächshaus eine Kopfdüngung mit Brennesseljauche (siehe mehr dazu im letzten Post) und werden mit Urgesteinsmehl bestäubt. Dazu habe ich auch noch eine Brühe aus dem beim Jäten angefallenen Ackerschachtelhalm angesetzt.

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Das Ackerschachtelhalm-Rezept dazu:

1 kg Ackerschachtelhalm in 10 Liter Wasser für 24 Std ziehen lassen (bei geringerer Menge einfach proportional reduzieren), danach 30 Minuten leicht köcheln, auskühlen lassen, abseihen und dann 1:5 verdünnt bei sonnigen Tagen auf die Pflanzen sprühen.

Die Kieselsäure vom Ackerschachtelhalm stärkt die Pflanzen gegen Pilzerkrankungen, daher sollte man es regelmäßig wiederholen. Bei akuter Pilzerkrankung 3 Tage hintereinander sprühen.

Und wie sieht der Gemüsegarten aus? Der viele Regen hat das Unkraut ordentlich wachsen lassen und da ich einfach nicht die Zeit habe diese große Fläche durchzujäten, habe ich beschlossen die Beete mit Grasschnitt zu mulchen. Sieht gleich viel ordentlicher aus und tut dem Boden gut. Dazu kamen Jungpflanzen von Rosenkohl, Pak Choi und Stangesellerie noch ins Beet.

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Den Kompostplatz habe ich nun endlich gesenst, da man durch das hohe Gras fast nicht mehr durchgekommen ist. Sobald es wieder trocken ist, ist es auch höchste Zeit neue Kompostmieten anzulegen.

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Und zum Abschluss noch eines meiner Lieblingsfotos der Woche. Die Karotten vom letzten Herbst sind in die Blüte geschossen und da man das normalerweise nicht so oft sieht – außer man will Saatgut ernten – habe ich diese gleich fotografisch festgehalten:

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Gratulation, wenn du bis hierher gekommen bist, ich war heute echt in Schreiblaune :-). Bei dem Regenwetter draußen, kann ich mich heute auch getrost mal zurücklehnen und die Natur machen lassen. Ich freu mich schon wieder auf nächste Woche, mit so einem Garten hat man jedes Mal wieder etwas Neues zu berichten.

Meine To-Do Liste für nächste Woche:

  • Kartoffelkäfer sammeln :-)
  • Kompost umsetzen
  • Mulchen und jäten
  • vielleicht noch ein paar Ringelblumen säen…

Verlinkt bei Sonntagsfreuden

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6 thoughts on “Hübsch und gefräßig!”

    1. Liebe Pia!
      Das freut mich sehr! Es macht mir auch immer viel Spaß die Woche Revue passieren zu lassen.

      Glg birgit

  1. Sehr interessant, Kartoffelkäfer habe ich noch nie gesehen. Und der Gemüsegarten sieht richtig toll aus :) Mein Traum wäre auch ein Garten direkt neben Feldern und Wiesen, sooooo schön! Momentan gebe ich mich aber noch mit einem Balkon zufrieden und freue mich über die Salat- und Radieschenernte :) Danke fürs mitnehmen und die tollen Fotos!
    Liebe Grüße,
    Annie

    1. Liebe Annie!

      Bei mir hat sich da auch ein Traum erfüllt. Ich habe immer in der Stadt in Wohnungen gewohnt, bis ich vor vier Jahren aufs Land zog und jeden Tag genieße.

      Glg,
      Birgit

  2. Hey Süsse!

    Es wär so cool, wenn wir ums Eck wohnen würden! Dann hätte ich dir direkt die Ringelblumen und Kornblumen zum Einpflanzen vorbeigebracht, die ich heute allesamt aus dem Hochbeet entfernt habe. Ich hatte ja keine Ahnung, wie gross die werden!

    Mach weiter so! Glg, Daxi

    1. Hallo Daxi!

      Lieb von dir! Ja das wäre toll, wenn du in unserer Nähe wärst! Ich weiss eh noch nicht so recht, ob ich noch mehr Blumen in den Beeten brauche… Bin derzeit mit Ernten und Jäten gute beschäftigt und ich mache ja mit den Ringeblumen dann auch wieder nichts ausser Samen zu sammeln…

      Glg,
      Birgit

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