Herbstarbeiten 2.0

Es ist vollbracht. Der große Gemüsegarten ist komplett durchgejätet, die Beete gelockert und mit Grasschnitt gemulcht. Endlich! Nur ein paar Beete und die Sonnenblumen habe ich noch stehen gelassen, da es da an den schönen Tagen noch brummt und summt.

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… aber irgendwie stellte sich bei mir nicht das erwartete Gefühl der Genugtuung ein. Stattdessen formte sich in meinem Kopf eine lange Liste von „To-dos“… der Schneckenzaun muss außen noch gejätet werden … die Wiese um den Zaun und der Kompostplatz noch gesenst … das Gewächshaus steht noch an … und überhaupt müssen unsere Riesenschnauzer mal wieder geschoren werden (sie sehen schon wieder nix aus ihren Pony raus) … die Garage entrümpelt … Ohje!

Irgendwie hat der heutige Tag nicht so gut angefangen. Enspannt wollte ich mit einem „Sonnengruß“ in den Morgen starten. Nur kann ich mir leider die Abfolgen nie merken, und suchte erst mal um 6 Uhr früh nach einem passenden Youtube Yoga-Video. Nach dem dritten Versuch fand ich eines, bei welchem der Sprecher die Atemfolge auch mit ansagte – nur war das Tempo so schnell, dass ich mir prompt den Nacken verspannte. Nix wars mit Entspannung! Und so ging der Tag auch irgendwie in Schieflage weiter.

Bis ich nach dem Jäten eine Runde Laufen ging. Und bereits nach ein paar Minuten gemütlichen joggens, sprudelten die Gedanken wieder. Die Welt – und auch mein Gemüsegarten – waren wieder in Ordnung. Stolz hab ich bei meiner Rückkehr den Garten hochgeschaut und schnell noch ein paar Beweißfotos gemachen – bevor das Unkraut wieder nachwächst ;-).

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Im Kopf hat sich die Anspannung deutlich gelegt. …die Hunde halten auch noch ein paar Tage ohne „direkten Sichtkontakt“ aus, …im Gewächshaus reifen vielleicht doch noch ein paar Tomaten … und die Garage, naja, die ist auch irgendwie nicht so wichtig.

Aber warum tut einem das Laufen eigentlich so gut? Der Sache musste ich mal auf den Grund gehen und hab ein bisschen recherchiert. Das hab ich herausgefunden: Wenn einem grad irgendwie überhaupt nicht nach Fröhlichkeit zumute ist, fehlen dem Gehirn dringend Noradrenalin und Dopamin. Diese beiden Hormone werden durch das Laufen freigesetzt und lösen im Körper Glücksgefühle aus. Durch die Ausschüttung von Noradrenalin fühlt man sich optimistisch und mit Dopamin sprudeln die Gedanken nur so. Wieder was gelernt!

Mhh, jetzt bin ich heute ein bisschen abgeschweift, dabei wollte ich euch eigentlich nur sagen, dass ich jetzt glücklich bin den Garten wieder in Griff zu haben und beim Jäten auch einiges an Gemüse (Karotten und Schalotten) zwischen dem Unkraut „wiedergefunden“ habe.

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Wer wissen möchte, warum ich aus der ganzen Sache so ein Ding mache, braucht sich nur die Fotos von vor zwei Wochen anzusehen. Mittlerweile bin ich auch ganz froh, dass ich mich überwunden habe sie reinzustellen. Denn damit ist der Vorher-Nachher Effekt um einiges besser ;-).

Lob des Unkrauts?!

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche, mit viel Freude in der Natur, auf dem Balkon oder im Garten!

Verlinkt bei Samstagsplausch und Sonntagsfreuden.

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14 thoughts on “Herbstarbeiten 2.0”

  1. Guten Morgen,
    stimmt, der Vorher-Nachher-Effekt ist beeindruckend. Aber, als Besitzerin eines großen Gartens (allerdings bisher leider nur Blumen), weiß ich, wie schnell einen das Unkraut immer wieder im Griff hat. Ich hätte also auch so deine Leistung zu würdigen gewusst ;-)
    Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende ohne Streß! Die meisten Dinge laufen uns nicht weg, immer mit der Ruhe!
    LG
    Yvonne

    1. Hallo Yvonne! Da sagst du was, aber ich denk mir dann immer, ist ja gut das alles überhaupt so gut auf meiner Erde wächst. Ich hab einfach die Rechnung dafür erhalten es zu lange verwildern zu lassen. Zum Glück ging es dann doch recht unproblematisch in schönem Herbstwetter. Bei der jetzigen Kälte und dem Schmuddelwetter hätte ich deutlich weniger Lust dazu. Glg, Birgit

  2. Das hast Du gut gemacht. Auch das mit dem Laufen, Das Einzige, was ich dabei noch nie hatte, ist das sogenannte Runners High. Ich krieg zwar den Kopf frei, kann Entscheidungen treffen und habe Ideen beim Laufen aber dieses tolle Hochgefühl stellt sich bei mir nicht ein. Höchstens hinterher, wenn ich frisch geduscht bin ;-)
    So, ich gehe jetzt ins Beet…
    LG von Karen

    1. Hallo Karen, mhh, da weiss ich auch nicht, ob ich wirklich mitreden kann. Bin ja doch mehr so eine 30-Minuten-Freizeit-Joggerin. Für längere Läufe hab ich weder die Kondition noch die Zeit :-). Aber gut fühlt es sich danach allemal an! Glg, Birgit

  3. Man warst ja ganz schön fleißig. Hut ab. Ja mit dem Laufen möchte ich auch wieder beginnen. Das ist schon toll wenn man seine Gedanken laufen lassen kann. Ist wie Befreiung. Herzlichen Gruß Sylvia

    1. Hallo Sylvia, es ist halt immer zuerst der innere Schweinehund der besiegt werden muss. Meine Motivation sind da auch meine beiden andere Hunde, die sich immer total über die Joggingrunden freuen :-). Glg, Birgit

  4. Da kann man auch viel freier und entspannter Laufen, wenn man weiss, dass die Arbeit die auf dem Magen lag erledigt ist. Und sollte es jetzt dann kälter werden darf man auch geruhsam die Füsse hochlegen.
    L G Pia

    1. Hallo Pia, das ist auch das Schöne am Gärtnern – man ackert so lange, bis es keinen Spaß mehr macht, freut sich dann auf den erholsamen Winter und kann es im Februar schon nicht mehr abwarten wieder zu beginnen :-). Glg, Birgit

  5. Ich finde das ja bewundernswert, wie toll Du Deinen Garten in Schuss hast! Wahnsinn. Ich meine, man hat ja nicht nur den Garten, nein, das schreibst Du ja auch, da ist das ganze wilde Leben drum herum. Das mit dem Laufen kann ich nur bestätigen. Das erlebe ich immer wieder, dass mir während des Laufens so viele Ideen kommen. Manchmal spreche ist sie auf mein Handy, weil ich das, was mir gerade einfällt, so genial finde. Echt. Auf jeden Fall ist Laufen gesund – für Körper und Geist.
    In diesem Sinne, liebe Grüße Epilele

    1. Hallo Epilele, Vielen lieben Dank! Es tut schon immer wieder gut unter einigen Dingen einen Haken machen zu können. Gestern hab ich es dann auch endlich geschafft die Hunde zu scheren, nur die Garage steht noch an :-). Ja und das Laufen ist echt ein wichtiger Ausgleich für mich geworden. Glg, birgit

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