Gewächshaus – Freud und Leid!

Auf dem Gebiet des Gewächshausgärtnerns bin ich echt noch ein Neuling. In einer Hau-Ruck-Aktion haben wir unseres im April noch aufgebaut und schnell bepflanzt. Dabei habe ich natürlich einige Kardinalfehler gemacht – angefangen bei dem richtigen Pflanzenabstand…

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Dieser ist aber doch auch echt schwer einzuschätzen, wenn man nach den Eisheiligen Mini-Tomaten- und Gurkenpflänzchen setzt und die Versuchung ist dabei einfach viel zu groß alle aufgegangenen Sämlinge auch unterbringen zu wollen ;-).

So kann es schnell passieren, dass einen die Tomaten und Gurken aus den Dachfenstern anfangen rauszuwachsen und dass man am Ende nur noch gebückt durch den Tomaten- und Gurkenwald „durchkriechen“ kann.

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Die Tomaten habe ich mittlerweile ordentlich „gestutzt“ und auch nach dem 5. Fruchtstand „geköpft“. Und auch die Gurken habe ich radikal entblättert. Ich musste diese Woche nämlich leider mit Entsetzen feststellen, dass diese mit dem „falschen Mehltau“ befallen sind – einem Pilz, der sich innerhalb der Pflanzen rasant ausbreitet und dafür sorgt, dass die Blätter und meist als Folge auch die Pflanzen absterben.

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Die Blätter bekommen beim falschen Mehltau gelbe und braune Flecken und auf der Blattunterseite bildet sich ein grauer Pilzbelag. Ist echt bitter, wenn so etwas passiert, vor allem weil man als Biogärtner fast nichts mehr dagegen machen kann, ausser alle befallenen Blätter zu entfernen (und entsorgen – nicht in den Kompost geben!) und die Blätter mit Akerschachtelhalmbrühe, verdünnter Molke oder Knoblauch/Zwiebeltee zu besprühen. So sieht nun also mein Gurkengerippe aus und auch die restlichen Blätter zeigen wieder Anzeichen von Pilzbefall.

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Daher werde ich mich schweren Herzens morgen von meinen Gurken für heuer verabschieden und mir für nächstes Jahr folgendes Vornehmen: 1. einen Pflanzabstand von mind. 1 m einhalten, 2. nicht zu viel giessen, 3. auf jeden Fall noch mehr Lüften – auch wenn die eine oder andere kühlere Sommernacht kommt und 4. nicht zu oft mit Brennesseljauche düngen. Ich hatte nämlich kurz vor dem Befall mit viel Wasser gegossen und Brennesseljauche gedüngt und dann durch das Regenwetter in der Nacht die meisten Fenster geschlossen. Ich denke, das hat dem Pilz besonders gut gefallen :-(

Aber man muss das ganze auch positiv sehen – dadurch schaffe ich den Paprikapflanzen wieder mehr Platz und auch die Wassermelone kann sich vielleicht noch ein bisschen besser ausbreiten :-). Und zum Glück sehen auch die Tomaten noch richtig gesund aus!

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Es gibt einfach nichts besseres als einen Korb voll sonnengereifter Tomaten!

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Ein weiterer „Bewohner“ des Gewächshauses ist diese mexikanische Mini-Gurke. Vor ein paar Tagen hatte ich dieses Bild auf Instagram gepostet, mit der Frage, ob mir jemand beim Bestimmen helfen kann. Da ich die Jungpflanze geschenkt bekommen hatte, war sie mir auch komplett neu und ich habe sofort viele tolle Tipps erhalten! Jedoch die einzige die ich bisher probiert hatte, musste ich gleich wieder ausspucken… vielleicht brauchen die wirklich noch ein paar Tage…

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Jetzt muss ich aber unbeding Schlaf für morgen tanken, denn durch das gute Wetter – vor der nächsten Regenfront – habe ich morgen ein straffes „Arbeitsprogramm“. Die zugewucherten Hänge müssen dringend gesenst werden, die restlichen Kartoffeln kommen raus, die befallenen Gurken müssen entsorgt werden, und und und…

Aber nachdem ich die Bauern im Moment auch pausenlos über die Felder fahren sehe, geht es wohl nicht nur mir so :-). Ich wünsche euch allen einen wundervollen Sonntag!

Verlinkt bei Samstagsplausch und Sonntagsfreuden.

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10 thoughts on “Gewächshaus – Freud und Leid!”

  1. Guten Morgen,
    ein Gewächshaus ist auch schon lange mein Traum, aber irgendwie hat es nie gepasst. Mal schauen, irgendwann im Leben kommt die Zeit dafür. Den Fehler, den du gemacht hast, hätte ich wohl auch gemacht. Man will einfach immer zu viel behalten von den Pflanzen, die man groß gezogen hat. Die Tomaten sehen lecker aus und sie schmecken ja auch einfach viiiiiel besser, als die gekauften. Und eine selbst gezogene Melone ist natürlich auch genial.
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und noch eine ertragreiche Ernte.
    LG
    Yvonne

    1. Hallo Yvonne,
      bei mir war es auch sehr spontan – manchmal ist es so am besten. Habe es auch noch nicht bereut. Bei den Tomaten habe ich auch den direkten Vergleich – die im Freiland sind heuer sehr enttäuschend. Ich hoffe, dass sich dein Traum hier auch noch erfüllt.
      Glg,
      Birgit

  2. Dem Mehltau ist echt schwer beizukommen. Meine Rose konnte ich mit 1:9 Milch/Wasser retten. Aber los werde ich den Mehltau nicht wirklich. Da ist es in einem Gewächshaus bestimmt noch schwerer.
    Die Melone sieht aber schon mal richtig gut aus.
    Die Mexikaner sind interessant. Ich bin gespannt, wie sie dir nachher schmecken.
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea!
      Vielen lieben Dank für den Tipp. Noch sind die Gurken nicht gerodet – hatte zu viel andere Dinge im Garten zu tun, aber es tut mir echt weh, die fleckigen Blätter anzusehen. Ich denke die Tage der Gurken sind gezählt :-). Mhh, die Mexikaner sind nicht meins. Hab gestern wieder eine probiert und die sind mir einfach zu sauer mit zu vielen Kernen…
      Glg,
      Birgit

  3. Deshalb machen wir ja auch nicht auf Monokultur. Stell dir vor, du hättest nur Gurken gepflanzt … Freust dich stattdessen an wunderbaren Tomaten. lg Regula

    1. Hallo Regula,
      du hast recht, das wäre dann echt ein noch viel trauriger Anblick! Ja, ich lieb meine Tomaten und im Moment gibt es bei uns jeden Tag irgendwas mit frischen Tomaten. Solange bis man es nicht mehr sehen kann und dann passenderweise auch die Ernte rum ist :-D.
      Glg,
      Birgit

  4. Hallo Birgit,
    bin hier gerade durch „Bloghopping“ gelandet, das Gewächshaus hat mich gelockt. Haha, unser Gewächshaus wird jetzt im 3. Jahr bewirtschaftet und Deine Erfahrungen habe ich auch hinter mir. Der Tomatenwald des ersten Jahres war beeindruckend und ich habe auch viel zu viel gegossen. Mal zum Lüften, wenn es nachts kalt wird, wie jetzt hier für die nächsten Tage angekündigt. Den Tomaten wird es gefallen, den Gurken nicht. Die wären mir im Juni-Urlaub fast eingegangen, weil wir wg. Abwesenheit auf Dauerbelüftung gestellt hatten. Aber von Euren Gurken hast Du Dich ja schon verabschiedet.
    Viele Gärtnergrüße von Karen

    1. Hallo Karen!
      Vielen herzlichen Dank für deine Nachricht und die guten Tipps. Dafür bin ich echt dankbar, denn man muss ja nicht alle Fehler mitmachen ;-). Was hast du dann im 2. und 3. Jahr verändert? Die Gurken sind übrigens noch drin, trotz Dauerlüftung und Mehltau – aber nicht mehr lange …
      Ich freue mich von dir zu hören!
      LG
      birgit

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