Espresso-Schnecke!

Ich lieb das Thema Schnecken! Nicht, weil ich die Tiere besonders toll finde, oder sie mich besonders ärgern. Nein, ich finde es klasse, dass bei meinen Schneckenbeiträgen auf Facebook und Instagram ordentlich was los ist. Unzählige Tipps machen die Runde und jeder hat so seine Methode, die er/sie auch bereitwillig mit der Community teilt! Großartig!

So hatte ich vor kurzem um Tipps zu den Thema „Tigerschnegel“ gebeten und zahlreiche tolle Antworten bekommen – vielen herzlichen Dank!

An alle Tigerschnegel-Experten 🐯🐌! Nachdem die Situation sich bei mir gerade ernsthaft zuspitzt – meine Fragen: spricht…

Gepostet von Selbermachen-macht-glücklich am Mittwoch, 23. Mai 2018

 

Über meine eigene „Schnecken-Strategie“ hatte ich ja schon letzte Woche geschrieben – nur mein kleiner Mais/Kartoffelacker hat leider keinen Schneckenzaun-Schutz, weshalb hier Alternativen gefragt sind. Zum Gelingen des Inka-Beets fehlen mir noch der Kürbis und die Bohnen – den Kürbis haben die Schnecken letzte Woche gnadenlos aufgemampft und die vorgezogenen Bohnen traue ich mich nun nicht auszupflanzen. Wenn man sieht, was diese gerade mit meinen Kartoffeln anstellen, ist das auch kein Wunder!

Schnecken-Strategien im Biogarten | Selbermachen macht glücklich: : DIY, Nähen, Biostoffe, Biogarten #diy #nähen #biostoffe #garten

Zum Glück hatte ich das schon geahnt und ein paar Kürbisse noch in den Töpfchen zurückgehalten – so dass ich diese Woche ein kleines „Feld-Experiment“ starten konnte. Lang, lang ist es her, das Frau Biologin Tierstudien gemacht hat und so hat es umso mehr Spaß gemacht.

Im Hinblick auf die überfüllte Espressopulver-Schale, wollte ich nun selbst einfach mal die so hochgelobte Wirkung von Kaffeesatz auf Nacktschnecken aufprobieren. Um das ganze zu beschleunigen (und aufgrund des fehlenden Nachtsichtgerätes) sammelte ich schnell ein dutzend Schnecken von den Kartoffeln (ja, hier hat das Wettessen bereits Fahrt aufgenommen) und setzte sie außerhalb des Kaffeerings auf die Erde. Das Zielobjekt war in diesem Fall mein Hokkaido-Kürbispflänzchen und eine kaffeebraune Schnecke lies zum Glück auch nicht zu lange auf sich warten.

Unsere Schnecken 🐌 mögen unseren Espresso 🤦‍♀️. Ich stülpe jetzt nachts Eimer über die zwei Pflanzen – bis die kräftig genug sind 😊. #schneckenexperiment #espressoschnecke #selbermachenmachtglücklich

Gepostet von Selbermachen-macht-glücklich am Montag, 21. Mai 2018

 

Am Rande des Pulvers angekommen konnte man meinen, dass es sie in ihrem Raubzug etwas bremste. Aber ich glaub, dass sie zu dem Zeitpunkt schon ordentlich am Kaffee knabberte und dadurch erst so richtig auf seinen Geschmack gekommen ist. Meinen Mann freut es bestimmt, da es seine Auswahl an besonders schmackhaften Espressobohnen bestätigt! Entsprechend entschied sich die Espresso-Schnecke auch nicht für den direkten Weg über die „Schneckensperre“ sondern legte noch einen genüßlichen Schlenker ein.

Was hab ich gelacht über all die witzigen Kommentare auf Facebook und Instagram zu meiner Turbo-Schnecke! Und das hat auch gut echt getan, denn in letzter Zeit hat mich die Kombination Garten, Nähen und Bloggen zeitlich ganz schön gefordert. Und ich möchte ja nicht die Freude an der Sache verlieren!

Was mich zudem auch diese Woche sehr in meinem Tun gestärkt hat, war der Film „Tomorrow“. Ich weiß, ich hab mir ganz schön lange Zeit gelassen, um ihn nun endlich anzusehen, aber besser spät als garnicht. Und ich fühlte mich sofort bestärkt in meiner Gartenarbeit. Der tiefe Sinn des stundenlangen Jätens und Schneckensammelns war sofort wieder da.

Denn es gibt natürlich Momente in denen man sich überlegt, ob man sich sein Leben nicht doch stressfreier und bequemer gestalten kann. Warum nicht einfach das Lieblingsgemüse beim Biohändler des Vertrauen kaufen, wenn die Kinder doch sowieso kein Interesse an „lehrreiche Stunden“ im Garten haben? Warum was vorleben, was in der heutigen bequemen Zeit doch garnicht „nötig“ ist?

Weil es ganz schlicht und einfach DOCH wichtig ist, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Weil die nächste Generation einen doch aus dem vorpubertierenden Augenwinkel heraus beobachtet und alles genauestens absorbiert.

  • Weil eigenes Gemüse einfach noch besser schmeckt.
  • Weil man Achtung vor der Natur bekommt und eine Tomate nach 7 Monaten Pflege ganz anders wahrnimmt.
  • Weil es jedes Jahr aufs neue ein Wunder ist, wenn lockere duftenden Komposterde aus müffeligen Küchenresten & Co. enstanden ist.
  • Weil es zumindest teilweise der Groß-Industrie die Stirn bietet und die Wege verkürzt.
  • Weil man sich der Natur einfach näher fühlt und damit in den natürlichen Kreislauf ein Stück weit eintauchen kann.

Ok, hört sich nun alles ein bisschen arg philosophisch an, aber ich bin mir sicher, die/der eine oder andere von euch weiß, was ich meine.

Und so bin ich froh, dass ich mein kleines Garten-Motivationstief erfolgreich durchtaucht habe. Denn dieses Gartenjahr fühlt sich irgendwie besonders an. Die Natur wächst in einem so beeindruckenden und kräftigem Tempo, dass ich manchmal nur staunen kann.

Liebe Gartengrüße,
Birgit

Verlinkt bei Samstagsplausch und einfachnachhaltigbesserleben.

10 thoughts on “Espresso-Schnecke!”

  1. Ach liebe Birgit, es tut so gut, mal wieder Mut zu kriegen…Ehrlich gesagt…der wär mir sonst bald ausgegangen…Diese Schnecken-Biester…die Kartoffeln lassen sie (bisher) zum Glück in Ruhe, aber sonst ist es echt ein Frust: ich habe zum 3.Mal Tomatenpflänzchen rausgesetzt, unter mein neu gebautes Tomatendach…Zum 3.Mal war am nächsten Morgen fast nichts mehr zu sehen…Ich habs schon mit Kaffeesatz probiert, mit übergestülpten PET-Flaschen, mit Urgesteinsmehl und Gartenkalk, zerkleinerten Eierschalen….Sogar in die Plastik-Töpfchen, die ich auf einem Backblech draussen auf den Gartentisch gestellt hatte, sind die Biester von unten eingedrungen (oder waren da Eier in der Erde drin?)…Die paar wenigen Pflänzchen, die ich noch habe, mickern in ihren Töpfchen und wachsen nicht gescheit…Mir bleibt nichts anderes mehr übrig, als demnächst bereits kräftige Tomatenpfanzen zu kaufen, hoffentlich finde ich welche jenseits von Gartenmarkt-Standart, wo ich doch so schöne verschiedene Bio-Saaten verwendet hatte…!
    Die Bohnen sind auch zu 75 Prozent zerfressen, von Karotten, rote Beete und Radieschen ist erst gar nichts zu sehen…Haben die Vögel direkt die Samen rausgescharrt und -gepickt? Ich bin ja so überzeugt vom Bio-Gärtnern und Permakultur, aber: mein Nachbar hat die Schneckenprobleme natürlich nicht! Er hat schön vor dem Winter umgegraben, vor dem Frühling nochmal, da gehen natürlich – neben den ganzen Mikro-Organismen – auch die Schneckeneier kaputt…meine sind im Boden drin, die haben sich über meine sanfte Art gefreut. Das Mulchen fanden die Schnecken auch ganz toll, bleibt ja schön feucht und nahrhaft drunter! Gurken, Kürbisse, Zucchini,…alles was ich im Topf lasse, wächst nicht gescheit, alles was ich raussetze, wird vertilgt…! Ich bin am Ende mit meinem Latein, einzig die dümmliche Hoffnung auf eine bessere Welt lässt mich es immer wieder versuchen…
    Dir ein froheres Gelingen, und auch mir, es ist ja noch nicht aller Tage Abend!
    Liebe Grüsse,
    Antje von lelonuk

    1. Liebe Antje! Lass dich blos nicht unterkriegen – und besorg dir unbedingt einen Schneckenzaun – mehr kann ich dir dazu leider auch nicht raten :-). Glg, Birgit

  2. Tomorrow hat mich dazu gebracht, eine Solaranlage auf dem Dach zu montieren. Ich bin so glücklich damit. Ein wirklich toller Film! Ich hoffe, dass sich ganz viele Menschen motiviert sehen, etwas für die Zukunft des Planeten zu tun.

  3. Ach menno, diese gefräsigen schleimigen Dinger! Aber lass dich nicht abhalten. Ich kenne nur den Igel als wirklichen Schutz. Und den bekommt man nicht so einfach in den Garten. (Laufenten sollen da auch Abhilfe schaffen ) Gemüse aus dem eigenen Garten, schmeckt einfach besonders.
    Ich drücke Dir die Daumen, daß Du die Viecher in den Griff bekommst.
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Vielen lieben Dank! Das trockene Wetter in den letzten Tagen hat sehr geholfen und nun sind ja auch schon so viele Erdbeeren verkocht und eingefroren, dass ich echt zufrieden sein kann. Glg, Birgit

  4. Oh ja, diese schrecklichen schleimigen Biester!
    Ich bin SO SAUER geworden, dass ich Schneckenkorn von Neudorff gestreut habe. Außerdem habe ich 2 meiner Zuchinipflanzen wieder aus dem Hochbeet genommen. Meine Schwester rät mir auch Laufenten zu mieten. Ich rate den Nacktschnecken nicht in meine Nähe zu kommen!
    Und ja: Ich weiß, dass Gift keine gute Lösung ist, aber mal ehrlich: Mein Öko-Dasein und Herz wird mich nicht weiterbringen in der Selbstversorgung, wenn ich total gefrustet bin!
    Viele Grüße, Izabella

    1. Liebe Izabelle, mir hat der Schneckenzaun und das Absammeln am meisten geholfen, aber du hast recht, erst mal den Frust loswerden und dann auf jeden Fall weitermachen :-). Glg, Birgit

  5. Eklig,aber effektiv ist das Aufsammeln der Biester und das Zerteilen mit nem scharfen Messer. Morgens statt abends gießen, da sind die Schnecken nicht ganz so lange aktiv. Und ein großer Kreis aus Natronpulver, aber wirklich Abstand zur Pflanze lassen,da diese sonst eingeht.
    Laufenten mieten klingt gut,leider fressen die den Salat noch lieber als die Schnecken,aber sie halten die Wiese frei von Schnecken.
    Wir haben so einen trockenen Sommer,aber trotzdem fiese Schneckenfraßschäden.
    Haltet alle durch!!!

    1. Danke für die vielen Tipps, nach all dem hab ich mich nun weiterhin für den Schneckenzaun und das Absammeln und Wegtragen entschieden. Sobald die Pflanzen etwas gewachsen sind, klappt das meistens ja auch trotz der Schnecken :-). Glg, Birgit

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