Ein Jahr Bionähen – mein Rückblick!

Ein Jahr ist es nun her, seit ich den Beschluss gefasst habe, ausschließlich Biostoffe zu vernähen. Ich pflanze schon seit Jahren Biogemüse, versorge meinen Gartenboden ausschließlich mit eigenem Kompost und gleichzeitig kaufte ich Stoffe von zugespritzen Feldern? Das passte so garnicht zusammen! Und so hat sich der Beschluss „alles bio“ von der ersten Sekunde an richtig angefühlt.

Kimonotee von Maria Denmark aus Bio-Jersey (GOTS zertifizierter Tula-Jersey von stoffe.de)

Natürlich kosten Biostoffe mehr. Ist ja auch logisch, wenn mehr Arbeit dahinter steckt und diese dazu auch noch besser bezahlt wird. Mit welcher Begründung sollte auch immer alles billiger werden? Die Zauberformel heißt hier: weniger ist mehr. Der eigene Konsum entscheidet. Denn mit jedem Stoffkauf könnt ihr die Umwelt nachhaltig schützen und eurer Haut gutes Tun. Worauf man dabei achten sollte, habe ich im Beitrag „GOTS, kba & die Ökotex-Falle“ zusammengefasst. Und auch dieses Video erklärt es sehr einfach und deutlich:

Der Kleiderschrank wurde rigoros entrümpelt und trotzdem habe ich nichts vermisst. Denn egal wie viel man drin hat, setzt sich meist die 80:20 Regel durch – in 80% seiner Zeit trägt man 20% der Kleider. Und so gesellten sich langsam aber sicher ein Bio-Kleidungsstück zum nächsten, von der bequemen Undabüx bis zum traumhaften Sommerkleid aus kuschelweichem Modal. Nur Socken und Jeans kann ich (noch) nicht nähen.

Kostenloses Damen-Unterhosen Schnittmuster von pattydoo aus Bio-Tula-Jersey von stoffe.de. Nähbeispiel von selbermachen-macht-gluecklich.de

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Und so kehrte ich dem „Fast-Fashion-Wahnsinn“ den Rücken. Auch das war unheimlich befreiend. Wer bestimmt denn überhaupt, ob nun dieses Jahr Grün, 2016 Rosa/Hellblau und 2015 Weinrot die Farbe des Jahres ist? Klar machen sich die Köpfe hinter den „Pantone Colours of the Year“ viele Gedanken und es ist schön, wenn immer wieder ein frischer Wind in die Modewelt einzieht.

Aber schlussendlich merkt man selbst in welchen Farben man sich wohl fühlt. Ein Gefühl, dass sich nicht plötzlich mit jedem Jahreswechsel ändert. Ein spanndes Thema, dem ich vor ein paar Monaten im Beitrag „Welcher Farbtyp bin ich?“ nachgegangen bin. Seitdem vernähe und trage ich unheimlich gerne warme Gelbtöne, zu denen ich zuvor kaum gegriffen habe. Wer weiß, vielleicht wird „Henna/Mustard“ ja die neue Pantone Farbe 2018 ;-).

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Nicht, dass ich davor ständig einkaufen war. Aber ich hatte von dem „Trend-Hinterherlaufend“ die Nase voll. Ich freue mich stattdessen über meine eigenen Bio-Nähprojekte – unabhängig von Trendfarben und Must-Haves der Fashionindustry und kann so meinen ganz eigenen Stil zu finden.

Natürlich ist dabei auch einiges in die Hose gegangen. Ein zugegebenermaßen recht großes Durcheinander an Farben und Mustern entstand im letzten Jahr. Nur der Unterschied ist hier, dass man Selbstgenähtes unmöglich wegwerfen kann. Und so wechselte einiges ganz schnell den Besitzer, da ich es entweder zu groß genäht hatte, oder unmöglich außerhalb der eigenen vier Wände tragen konnte. Mit meinem „ungewollten Umstandskleid“ (falsche Materialwahl und viel zu groß genäht) konnte ich durch dessen Verlosung im Blog auch einer Unbekannten eine große Freude machen.

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Doch das Schönsten an dem ganzen war, dass der „rote Faden“ meinen Blog und meine Nähprojekte mit Leben gefüllt hat. Man soll im Leben nicht nach dem Sinn suchen und trotzdem fühlte ich eine gewisse Sinnhaftigkeit. Großartige Kooperationen mit spezialisierten Bio-Händlern und Herstellern, sowie wunderbaren Schnittmusterdesignern entstanden, die mir seitdem unheimlich viel Freude bereiten. Ich spürte, dass ich Menschen gefunden habe, die sich auf meiner Wellenlänge befinden.

Vor allem das Probe- und Designnähen verleiht den Projekten einen besonderen Reiz. Man möchte den perfekten Stoff für das neue Schnittmuster auswählen, den talentierten Schnittmusterdesignern bestmöglichste Designbeispiele und hilfreiches Feedback zur Verfügung stellen, für Stoffneuheiten wiederum das ideale Schnittmuster aussuchen und sollte bei alldem möglichst ja nichts vermasseln! Eine Herausforderung war für mich z.B. diese „Biesenkleid-Premiere“, auf die ich am Ende echt stolz war.

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Und so kommen wir mit diesem Foto zum letzten Teil meiner Jahresreise – dem Fotografieren. Was hab ich in dem Jahr alles ausprobiert! Handy, verschiedene Objektive, Indoor, Outdoor, mit Fotohintergrund, mit und ohne Beleuchtung… Am Ende hat sich dann der Wunschtraum einer neuen Spiegelreflexkamera mit Portraitobjektiv – samt Fotoworkshop – erfüllt und ich habe den Automatikmodus erfolgreich verlassen.

An diesem Foto sieht man, wie schön sich das Objekt vom Hintergund abhebt. Denn was bringen die schönsten Biostoffe und wunderbarsten Schnittmuster, wenn die Fotos diese Emotionen nicht transportieren. Man sollte im Idealfall förmlich spüren, wie wunderbar sich die Kleidung anfühlt.

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Noch gibt es für mich sowohl beim Nähen, als auch in der Fotografie unendlich viel zu entdecken. Ich freue mich sehr auf ein weiteres Jahr voller spannender Nähprojekte, die meine Leser im Bestfall auch ein bisschen inspirieren.

Du vernähst gerne Biostoffe? Dann verlinke sie doch gleich bei meiner wöchentlichen Bio-Linkparty. Die wird übrigens auch bald ein Jahr alt, und dabei wird ordentlich gefeiert! Ihr könnt euch auf viele tolle Preise von meinen großartigen Kooperationspartnern freuen. Also schnappt euch gleich schon mal einen schönen Biostoff und bereitet euch mit einem Nähprojekt darauf vor. Denn da diese Linkparty von euch Beitragenden lebt, werden die Gewinne auch unter den verlinkten Beiträgen verlost.

Alles Liebe,
Birgit

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Verlinkt bei RUMS, bio: stoff Linkparty, ich näh bio, create in Austria.

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27 thoughts on “Ein Jahr Bionähen – mein Rückblick!”

  1. Ich gratuliere zu der Entscheidung vor einem Jahr, Dein Blog hebt sich auch dadurch von allen anderen deutlich ab! Bio durch und durch, konsequent, mit Stoffen, Schnitten, Gartenposts und dann noch alles so schön fotografiert, ich lese und gucke jeden Deiner Posts mit Freude!
    Danke, und weiter so ;-)
    Antje von lelonuk

    1. Liebe Antje, ich dank dir von Herzen für deine lieben Worte und freue mich so sehr, dass du gerne immer wieder bei mir vorbeischaust. Glg, Birgit

  2. Ein tolles Resumé! Ich finde es super, dass Du das wirklich so ganz konsequent geschafft hast! Hut ab!
    Ich nähe sehr viel Bio und achte auch darauf, aber eben nicht ausschließlich. Aber ich sage mir immer, jeder kleine Beitrag in diese Richtung ist auch was wert.

    Ganz liebe Grüße und weiterhin viel Freude am Nähen!

    Lilo

    1. Liebe Lilo, freut mich sehr, dass du auch immer wieder zu Bio greifst. Ich finde auch, dass jeder kleine Beitrag wichtig ist – und dabei geht es nicht um Perfektion! Glg, Birgit

  3. Ich bin noch lange nicht so weit wie Du, was die Verarbeitung von „Nur Bio“ betrifft. Finde aber den Weg und Gedanken gut, wichtig und richtig. Vor allem weil es einfach eine unglaubliche Fülle an tollen Biostoffen gibt. Was du dir im vergangenen Jahr so genäht hast ist wirklich schön.

    LG Judith

    1. Liebe Judith, ja mit all den vielen schönen Biostoffen wird es einem auch viel leichter gemacht. Ich dank dir für deine lieben Worte! Glg, Birgit

  4. Sehr interessant, wie Du alles beschreibst. Leider bin ich noch nicht ganz so weit, gerade was das Ausmisten anbelangt, aber ich erkenne viele Parallelen. Auch ich sah die Biesen als große Herausforderung beim gleichen Probenähen und alles was Du zum Bereich Fotografie schreibst, kann ich identisch so weiter geben. Ich lese und „sehe“ Dich sehr gerne und freue mich auf das nächste „Bio-Jahr“!

    1. Liebe Moni, freut mich total, dass du dich im Beitrag wiederfindest. Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit für dein liebes Kommentar genommen hast. GLG, Birgit

  5. Hallo Birgit,
    Als ich mit dem Nähen angefing hab ich mir auch schnell die Frage gestellt welchen Anspruch ich an die Kleidung stelle die ich selber nähe. Ich bin dann auch dazu übergegangen alle Stoffe bis auf Funktionsstoffe GOTS zertifiziert zu kaufen. Ich näh dafür auch nur das was wirklich benötigt wird und nicht im Überfluss. Ich find es gut das Du dies auch auf deinem Blog thematisiert.
    Mittlerweile achte ich auch bei gekauften Kleidungsstücken auf Nachhaltigkeit bzw. GOTS. Das klappt wenn man etwas recherchiert auch super. Mein Mann ist mit seiner Bio Jeans aus deutscher Produktion zufriedener was Passform und Haltbarkeit angeht wie mit jeder Markenjeans.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Andrea, danke für den Tipp mit der Biojeans, das muss ich mir unbedingt auch mal ansehen. Vielen lieben Dank für deine Worte, es freut mich total, dass du auch so denkst. Glg, Birgit

  6. Hallo!
    Ich finde es ganz toll das du deine Kleidung mit Biostoffen vernähst. Leider habe ich mich bis jetzt noch nicht mit diesem Thema beschäftigt. Aber dein Blogbeitrag läßt mich überlegen. Ich finde es auch toll das du keine Modetrends hinterher läufst. Die Farbe die einem gut steht sollte man tragen ob diese gerade im Trend ist oder nicht. Ich ziehe auch nur die Farben an in denen ich mich wohlfühle und das sind nun mal Rot und Grün. Ein sehr intressanter Blogeintrag der zum nachdenken anregt. Dankeschön.
    Schöne Grüße von Sabine

    1. Hallo Sabine, wie schön, dass mir deine Gedanken schreibst und ich dich zum Nachdenken anregen konnte. Bei mir hat es auch eine Weile gedauert, bis ich beim Bionähen angekommen bin und hab es keine Sekunde bereut. Glg, Birgit

  7. Liebe Birgit,
    Ich finde deine Bio-Nähwerke absolut überzeugend und ich kaufe – seit ich bei dir lese – fast nur noch Biostoffe. Ich finde es wichtig, dass meine Kinder (und ich) Natur auf der Haut tragen und nicht stark riechendes Plastikzeugs. Allerdings habe ich vorher auch nicht immer nur Bio geshoppt und so noch einiges zu vernähen. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr auch noch konsequenter bin. Mach bitte weiter so!

  8. Liebe Birgit,
    bin ganz deiner Meinung!!! Und das Gute ist ja, dass man einfach von der Qualität der Biostoffe überzeugt wird, sobald man sie einmal verarbeitet und angefasst hat!!! Finde ich jedenfalls!
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Liebe Andrea, da hast du vollkommen recht. Ich liebe die Qualität von diesen wunderbaren Stoffen und man geht – wenn man selbst näht – auch viel achtsamer mit den Stoffen und der Kleidung um. Glg, Birgit

  9. Herzlichen Glückwunsch liebe Birgit!
    Du hast einen tollen Blog und ich wünschte ich wäre genauso eisern wie du. Aber ich werde leider noch viel zu oft schwach.
    Ganz liebe Grüße
    Fina

    1. Hallo Fina, es geht ja nicht um Perfektion und jeder muss seinen Weg finden. Ich freu mich über dein liebes Kommentar! Glg, Birgit

  10. Ein toller Beitrag, dem ich absolut zustimme. Ich habe vor einigen Jahren selbst mit dem Nähen angefangen, um Bio-Kleidung zunächst für die Kinder und nun zunehmend auch für mich nähen zu können. Modische Kurztrends und Fast Fashion haben mich noch nie begeistert und ich trage immer schon das, wohinter ich stehe – egal, ob Farbe oder Schnitt gerade in sind oder nicht. Und selbst genäht hat man nochmal einen ganz anderen Bezug zur Kleidung, ich gehe viel umsichtiger und beswusster damit um, seit ich weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.

  11. Ein großartiges Projekt und absolut nachahmungswert! Das deine genähten Unikate die fabelhaft stehen, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Weiter so!

    Alles Liebe,

    Julia

  12. Gut, dass es RUMS gibt. Sonst hätte ich dich erst später entdeckt. So kann ich schon ab heute in deinem Blog stöbern. Der scheint mir richtig gut zu gefallen :-) Auf jeden Fall der aktuelle Beitrag.
    Grüssle. Birgit

  13. Das hast du wirklich einmalig zusammengefasst. Ich trage einige Teile von dir und bin begeistert.
    Immer wieder werde ich gefragt wo ich „das originelle Teil“ her habe.
    Freu mich schon auf das neue Kleid, welches ich von dir bekomme.
    Machs gut und Danke 🙏.

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