Wildkäuter des Frühlings nutzen – Teil 2

Wie im ersten Teil meiner Wildkräuter Serie versprochen, geht es heute um die Vogelwicke, das Labkraut und den Spitzwegerich. Inzwischen merkt man auch schon, wie sehr die Wildkäuter auf Wartestellung waren und bei den warmen Sonnentagen regelrecht emporschießen. Da macht das Sammeln Spaß!

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Als Hobby-Biogärtnerin habe ich mich bisher immer über den schier unbändigbaren „Unkrautwuchs“ geärgert, lerne es aber nun mit ganz anderen Augen zu sehen. Dieses Jahr ist das Motto „einfach aufessen“ angesagt :-).

1. Vogelwicke

Den Anfang macht nun also die Vogelwicke. Alle Erbsenliebhaber aufgepasst, denn dieses filigrane Wildkraut schmeckt lecker nach Erbsen.

Man findet es auf nicht zu trockenen Lehm- und Tonböden und kann es als herbe Zutat für Suppen und Gemüsegerichte verwenden. Dazu die jungen Triebe und Blätter von April-Juni ca. 10 Minuten kochen, oder in feinen Streifen geschnitten als Würze verwenden. Die Blüten kann man von Juni-Juli ernten (z.B. mit Mehl und Ei als Bratlinge zubereiten) und die Samen – entweder mit den jungen Schoten oder ausgepult – als Gemüse weichkochen (ca. 10 Min. stark erhitzen).

Heilwirkung hat diese Pflanze keine besondere, ist jedoch bereits seit der Steinzeit als Nahrungsmittel bekannt und regt den Stoffwechsel an.

2. Wiesenlabkraut

Das feinblättrige Wiesenlabkraut schmecken ausgezeichnet nach Feldsalat und ist eine leckere Salatgrundlage. Von Mai bis September kann man auch die Blüten und Blütenknospen über Salate streuen.

Die Blüten kann man im Sommer auch gut zum Aromatisieren von Getränke verwenden. Im Herbst reifen dann die kleinen Samen, welche im Winter als frische Keimsaat genossen werden können.

Das Wiesenlabkraut wird zum Anregen der Nierentätigkeit und zur Entschlackung der Lymphe verwendet. Es soll auch die Lebensgeister wecken :-).

3. Spitzwegerich

Der Spitzwegerich hat von April bis Juni aromatische Blätter – dabei die zarten Blätter in der Rosettenmitte ernten. Quer der Längsfaser schneiden und z.B. wie Spinat in Omlettes oder einfach als Brotbelag genießen.

Eine Delikatesse stellen die zarten Blütenknospen (Mai-Juni) dar – einfach roh knabbern, Salaten beimischen oder in der Pfanne dünsten. Mit den Samen (August-Oktober) kann man Gemüsegerichte verfeinern und sogar die Wurzel (Oktober-April) kann als Gemüse gebraten werden. Der Grundgeschmack der Pflanze ist champignonartig.

Der Spitzwegerich ist eine der meistverwendeten Heilpfanzen. Getrocknete Blätter wirken als Tee antibakteriell und reinigend (15 Min ziehen lassen). Wenn man die Blätter mit Honig abwechselnd (je 1 cm) ins Glas schichtet (mit Honig abschließen), kann man diesen im Winter als ausgezeichneten schleimlösenden Sirup verwenden. Viele kennen auch die äußerlich lindernde Wirkung von Spitzwegerich bei Insektenstichen und Schwellungen – dazu einfach frische Blätter in der Hand zerreiben und auflegen.

Habt ihr auch Lust auf das Wildkräutersammlen bekommen? Dann kann ich euch dazu vor allem das Buch Essbare Wildpflanzen – 200 Arten bestimmen und verwenden, von Steffen Guido Fleischhauer (affiliate link) empfehlen, welches ich selbst sehr gerne verwende.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Entdecken,
Birgit

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P.S. Im nächsten Teil verrate ich euch, wie man eine leckere Wildkräutersuppe macht :-)!

Verlinkt bei FreutagSamstagsplausch und einfachnachhaltigbesserleben

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4 thoughts on “Wildkäuter des Frühlings nutzen – Teil 2”

  1. Hallo Birgit,
    schöne Kräuterbeiträge! Ich schätze und verwende schon seit über 20 Jahren Wildkräuter und Blüten.
    Wirst Du die Kräuterserie noch erweitern?
    Herzliche Grüße und einen schönen Ostermontag Marle

  2. Hallo Birgit,
    lieben Dank fürs Teilen auf EiNaB! Die Kräuter machen sich super im Frühling, wo noch nichts weiter im Garten wächst, um den Salat aufzupeppen. Ich sammel dann immer und hacke alles klein und mische es unter den Salat. Von deinen Kräutern kannte ich bisher aber nur den Spitzwegerisch. Wieder was dazu gelernt!
    Viele liebe Grüße,
    Marlene

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