Brennnesselsamen – das einheimische Superfood

Des einen Leid, des anderen Freud! Während so mancher über die Brennnessel im Garten flucht, begleitet sie mich mit ihrer Vielseitigkeit das ganze Jahr über. Bereits im zeitigen Frühjahr gehören die jungen Blätter zu den besten frischen Vitaminquellen im neuen Jahr und als Pflanzenjauche versorgt sie den ganzen Sommer über mein Biogemüse mit wertvollen Nährstoffen.

Im August habe ich nun etwas Neues für mich entdeckt: getrocknete Brennnesselsamen! Diese sind wahre Powerkörner schlechthin. Der hohe Eiweißgehalt der Samen ist für mich als Vegetarier (aber auch für viele Sportler) besonders interessant und auch die weitere Inhaltsstoffliste ist höchst spannend: Vitamine A, B, C und E, Kalium, Eisen, Kalzium, Carotinoide und Chlorophyll.

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So besitzen getrocknete Brennnessel über 30 mg Eisen/100g im Vergleich zu gerade mal 3mg/100g in Rindfleisch. Die Blutwurst liegt mit 29 mg/100g am Spitzenplatz der tierischen Lebensmittel, während Kardamom und getrocknete Petersilie jeweils fast 100 mg/100 g enthalten. Zum Glück braucht Frau nur 15 mg und Mann nur 10 mg Eisen pro Tag, welches man durch die richtige pflanzliche Nahrung gut abdecken kann.

Im Mittelalter wurde der Brennesselsamen vor allem Frauen als Kräftigungsmittel gegeben. Bis man eine aphrodisierende Wirkung beobachtete und in machen Regionen Nonnen und Mönchen verboten wurde Brennesselsamen zu essen. Heutzutage macht man sich wohl darüber keine Sorgen mehr und schätzt diese Kraftkörner als bewährtes Mittel bei Müdigkeit und Leistungsschwäche. Man könnte jetzt weiter über die vielseitige Wirkung der Brennnesselsamen von Haarausfall bis Prostatabeschweden sinieren – ich denke jedoch, dass ich keinen von euch weiter überzeugen muss. Nichts wie raus, Brennnessel sammeln und auf Vorrat trocknen – vor allem da es so einfach ist!

Brennnesselsamen selber ernten

Mitte/Ende August ist die beste Zeit, um die leckeren Energiesamen zu sammeln – am besten im eigenen Garten, oder an unbehandelten Stellen. Die Wegränder entlang konventionell behandelter Felder würde ich meiden, auch wenn man sie dort sehr zahlreich findet. Ein starker Brennnesselwuchs gilt übrigens als Zeiger für einen stickstoffreichen (überdüngten) Boden.

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Geerntet habe ich auf zwei verschiedene Weisen – aber immer sicherheitshalber mit Handschuhen:

  1. Von unten nach oben die Samenstände an den Pflanzenstielen abstreifen und im Anschluss die Blätter grob entfernen.
  2. Die Stiele abschneiden, Blätter abzwicken und an den Stielen trocknen.

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Die erste Methode hat anfangs den Vorteil schnell eine große Menge zusammen zu bekommen, jedoch müssen die Samen im Nachhinein von den Blättern und kleinen Stielresten getrennt werden, ausser man hat nichts gegen den „Mix im Glas“. Die zweite Methode ist zu Beginn aufwändiger, doch können danach die getrockneten Samen einfach von den Stielen geschüttelt werden. Einfach mal selbst ausprobieren, was euch eher zusagt.

Nicht in der direkten Sonne trocknen und nach ca. 10-15 Tagen in verschließbare Gläser füllen. Zur Lagerung sollten die Samen dunkel und trocken aufbewahrt werden, so habt ihr lange Freude daran.

Wofür verwendet man Brennesselsamen?

Die Kraftkörner passen wunderbar zu verschiedensten Gerichten: z.B. in Salaten, Joghurt oder Pesto. Der Geschmack ist leicht nussig und kann daher auch gut als Gewürz in Sossen verwendet werden. Und auch in der Kosmetik hat er seine Bedeutung gefunden, z.B. als Peeling-, oder Haarseife. Habt ihr noch weitere, eigene Erfahrungen? Ich freue mich über jede eurer Anregungen.

Liebe Gartengrüße,
Birgit

Verlinkt bei Samstagsplausch, Freutag und einfachnachhaltigbesserleben und Montagfreuden.

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Ein scharfer Kaltwasserauszug (nur 24 Stunden angesetzt) als Pflanzenstärkungsmittel festigt durch die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der damit gegossenen Pflanzen und stärkt sie so gegen den Befall beißender wie saugender Insekten. Eine selbst hergestellte Jauche löst zusätzlich den Stickstoff der Brennnessel sowie Spurenelemente heraus und hat dadurch auch Düngewirkung. Die anfallenden Reste können im Kompost verwertet werden.Merken

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7 thoughts on “Brennnesselsamen – das einheimische Superfood”

  1. Danke für diesen interessanten Beitrag. Für diese Art Tipps bin ich immer zu begeistern. Dass man Brennessel sehr vielseitig verwenden kann, war mir zwar schon bekannt, aber die Samen für etwas anderes zu verwenden, als um sie eben auszusäen, wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Seit einer Weile suche ich sie nämlich gerade zu diesem Zweck, weil ich unbedingt eine Brennesselecke in meinem Garten haben möchte. Deine Ausführungen u diesem thema haben mich nun erst recht in meinem Vorhaben bestärkt.
    Eine schöne neue Woche wünsche ich dir
    die Mira

  2. Das ist ein total interessanter Artikel, liebe Birgit!
    Ich mach mir ja gerne Brennnesselspinat und ab und zu auch mal Brennesseltee, und auch mit der Zubereitung von Jauche hab ich zumindest schon mal geliebäugelt, aber von der tollen Kraft der Samen habe ich bisher noch nichts gehört oder gelesen. Ich sollte diese Pflanze also wirklich in unserer verlotterten hinteren Gartenecke anpflanzen! Danke für den Tipp!
    Alles Liebe, Traude

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